Gefahren für die Gelenke

„Die wichtigsten Risikofaktoren auf einen Blick“

Das Knie vergisst  nichts: Zu den Hauptursachen von Arthrose zählt eine langjährige Überbeanspruchung der Gelenke – etwa durch eine körperlich anstrengende Berufstätigkeit oder intensiven Freizeit- oder Leistungssport. Insbesondere das Knie hat ein gutes Belastungs-Gedächtnis: In unserem größten Gelenk kommt es am häufigsten zum Knorpelverschleiß. Das Arthrose-Risiko ist vor allem in Berufen mit kniender Arbeit stark erhöht – besonders betroffen sind zum Beispiel Fliesenleger und Bergarbeiter.

Sportlerknie: Schwachstelle Kreuzband

Aber auch das Sportlerknie ist anfällig, da es zu Verletzungen neigt, die eine Arthrose begünstigen. Probleme drohen nicht nur Profis: Auch ambitionierte Hobbysportler riskieren bei Mannschaftssportarten wie Fußball oder Handball, aber auch beim Tennis, Squash oder Skifahren Meniskus- oder Kreuzbandrisse. Verliert der Meniskus seine Stoßdämpferfunktion, sind Knorpelschäden vorprogrammiert. Kreuzbandrisse verursachen vielfach keine Schmerzen und bleiben daher oft über Jahre unerkannt; in dieser Zeit kann die ständige Überlastung zu einer fortgeschrittenen Arthrose führen.

Zuviel Ruhe schadet

Nicht nur Überbelastungen nehmen die Gelenke krumm – auch Bewegungsmangel setzt den Knorpel unter Druck, weil er im Ruhezustand nicht ausreichend mit Nährstoffen und Flüssigkeit versorgt werden kann. Studien zeigen: Wer niemals Sport treibt, leidet signifikant häufiger unter Gelenkschäden als Menschen, die sich regelmäßig mindestens zwei Stunden pro Woche sportlich betätigen1.

Verschleiß durch Übergewicht und Fehlstellungen

Weitere wesentliche Risikofaktoren für den Gelenkverschleiß sind Übergewicht und Fehlbelastungen, wie sie beispielsweise durch ausgeprägte X- oder O-Beine sowie Fehlstellungen der Hüftgelenke entstehen können. So zählt die angeborene Hüftdysplasie mit zu den häufigsten Ursachen für eine Hüftgelenksarthrose. Um sie zu vermeiden, erfolgen heute routinemäßig Ultraschalluntersuchungen schon im Säuglingsalter. Allerdings kommt es noch immer vor, dass eine Hüftdysplasie zu spät erkannt oder nicht optimal behandelt wird.

1 Bundes-Gesundheitssurvey (BGS) 1998. Das Gesundheitswesen 61 (1999): Sonderheft 2