Arthrose
„Schleichender Verschleiß“
Wenn der Knorpel knirscht: Arthrose ist die häufigste Ursache für Gelenkschmerzen – jeder vierte Erwachsene in Deutschland leidet unter den Abnutzungserscheinungen in Knien, Hüften & Co.1 Der schleichende Prozess der Arthrose beginnt häufig mit minimalen Verletzungen der Knorpeloberfläche. Sie können die Folge anhaltender Überlastung, einer Entzündung oder auch einer ungenügenden Nährstoff-Versorgung sein – zum Beispiel infolge von Stoffwechselstörungen oder Bewegungsmangel. Fehlt dem Knorpel Flüssigkeit, verliert er seine Elastizität: An der ursprünglich spiegelglatten Oberfläche kommt es zu Einrissen und Abschilferungen. Bewegungen erzeugen plötzlich Reibung: Die abgeriebenen Gewebetrümmer schwimmen in der Gelenkflüssigkeit und wirken dort wie „Sand im Getriebe“.
Schmerzhafte Entzündungen
Abgestorbene Knorpelsplitter können immer wieder akute Entzündungen auslösen – schubweise kommt es zur sogenannten „aktivierten Arthrose“. In diesen Phasen bildet die Gelenkinnenhaut verstärkt eine eher wässrige Flüssigkeit, die zuwenig schmierende Bestandteile enthält. Damit nimmt die Gleitfähigkeit des Knorpels weiter ab. Das Gelenk schwillt an, jede Bewegung tut weh.
Entzündungen verstärken die Reibung und greifen den Knorpel an, er wird zunehmend dünner und rauer. Damit beginnt ein Teufelskreis, der allmählich zur Zerstörung des Gelenks führen kann. Bei fortgeschrittenem Verschleiß erfüllt der Knorpel seine Pufferfunktion nicht mehr. Auf die wachsende Belastung reagiert der Knochen mit einer Struktur-Veränderung – er wird dichter und an den Enden breiter: Wulstige Knochenauswüchse schränken die Beweglichkeit zunehmend ein.
Arthrose entwickelt sich vorwiegend in stark belasteten Gelenken: Betroffen sind in erster Linie die Knie (Gonarthrose), Hüften (Coxarthrose) und Sprunggelenke. Die verminderte Beweglichkeit ändert häufig Haltung und Gang – das führt oft zu Fehlbelastungen, die auch andere Gelenke oder die Wirbelsäule in Mitleidenschaft ziehen.
1 „Jede vierte Erwachsene in Deutschland hat Arthrose“. ÄrzteZeitung 2005; Nr. 197: 15
