Gemüse für die Gelenke

Essen gegen die Entzündung: Eine gesunde Ernährung kann Rheumaschmerzen lindern. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse der letzten Jahre zeigen, dass für die schmerzhaften Entzündungsprozesse in den Gelenken ganz bestimmte Botenstoffe mitverantwortlich sind. Sie werden vom Körper aus der so genannten Arachidonsäure gebildet. Diese Fettsäure kommt nur in Lebensmitteln tierischer Herkunft vor – besonders reich an Arachidonsäure sind fettreiche Fleisch- und Wurstwaren, Butter, Sahne, Schweineschmalz und Käse1.

Ernährungstherapie wirkt

Eine konsequente Umstellung des Speiseplans gilt heute als bedeutsame Ergänzung der medikamentösen Behandlung bei Arthritis und aktivierter Arthrose. Der Effekt einer gezielten Ernährungstherapie setzt nach etwa drei Monaten ein und verstärkt sich noch im weiteren Verlauf – langfristig kann so das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamt und die Intensität der Beschwerden verringert werden. Damit ist auch eine Reduktion des Schmerzmittelbedarfs möglich2.

Viel Fisch, Gemüse und Obst

Basis einer gesunden Ernährung für Rheuma-Patienten sind pflanzliche Lebensmittel. Neben viel Gemüse, Salat, Kartoffeln, Reis und Obst sollten täglich auch fettarme Milchprodukte auf dem Speiseplan stehen. Er wird im Idealfall zweimal wöchentlich durch Seefisch ergänzt. Es empfiehlt sich, auf fette Fleisch- und Wurstsorten möglichst ganz zu verzichten – magere Fleischwaren können in Maßen verzehrt werden, um eine ausgewogene Nährstoffversorgung zu sichern.

Mittelmeer-Diät: Gesund und lecker

Als besonders günstig bei rheumatischen Beschwerden gilt eine typisch mediterrane Kost. Die traditionelle Küche der Südländer wird durch fünf Elemente geprägt:

  • Obst, Gemüse oder Hülsenfrüchte und Salat werden täglich in großen Mengen verzehrt.
  • Kalt gepresstes Olivenöl ist die wichtigste Fettquelle.
  • Fisch und Meeresfrüchte sind die bedeutendsten Eiweißlieferanten.
  • Auch Kohlenhydrate werden reichlich verspeist: Nudeln, Kartoffeln, Reis oder eine große Portion Brot fehlen bei keiner Mahlzeit.
  • Mageres Fleisch wie zum Beispiel Geflügel oder Wild, fettarme Wurst und Käse sind nur eine Ergänzung der Basiskost – sozusagen das Sahnehäubchen auf der Ernährungspyramide.

Die Mittelmeerküche ist nicht nur gesund, sie schmeckt auch gut. Gourmets und Meisterköche schwärmen für die Spezialitäten aus Südeuropa. Vielleicht tragen unsere Rezepte dazu bei, auch Ihnen die gelenkfreundliche Kost schmackhaft zu machen: Probieren Sie – und genießen Sie!

Vitamin E stoppt Arachidonsäure

Mit einer mediterranen Diät nehmen Sie nicht nur weniger schädliche Arachidonsäure auf. Gleichzeitig liefert die gesunde Kost mit reichlich Pflanzenölen, Gemüse und Obst auch deutlich mehr Vitamin E. Das wertvolle Antioxidans hemmt die Umwandlung der Arachidonsäure in Botenstoffe, die den Entzündungsprozess anheizen. Eine Vitamin E-reiche Ernährung arbeitet gegen die Entstehung und Ausbreitung von Schwellungen, Schmerzen und Gelenkverschleiß.

Abnehmen entlastet die Gelenke

Die Ernährungsumstellung bringt Patienten mit Gelenkbeschwerden noch einen zusätzlichen Vorteil. Da bei überwiegend pflanzlicher Kost die Kalorienaufnahme zurückgeht, bestehen gute Chancen, etwaiges Übergewicht abzubauen. Überschüssige Kilos belasten die Gelenke: Immerhin müssen allein die Knie das Dreifache des Körpergewichts beim Laufen tragen, beim Treppensteigen ist es sogar das Fünffache. Jedes Gramm weniger entlastet den Knorpel und trägt dazu bei, Gelenkschmerzen zu lindern und den Krankheitsfortschritt zu bremsen. Wollen Sie Ihr Gewicht reduzieren? Unsere Tipps zum Abnehmen helfen Ihnen.

1 „Gemüse und Fisch schonen die Gelenke“. DAZ 2006; 38: 84-87
2 „Ernährung kann Rheuma lindern“. Presseinformation der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE): 2008; Nr. 2, 3.6.2008