Gelenkschmerzen: Was steckt dahinter und was kann man dagegen tun?

Gelenkschmerzen zählen zu den häufigsten Schmerzen des Bewegungsapparates. Gut die Hälfte aller Erwachsenen über 50 Jahre ist davon betroffen. Oft entwickeln sich Erkrankungen der Gelenke schleichend und bleiben lange Zeit unbemerkt, bevor es zu akuten Schmerzen und Bewegungseinschränkungen kommt. Verursacher sind in den meisten Fällen Abnutzungs- und Entzündungsgeschehen. Um zu verstehen, warum diese auslösenden Prozesse für Gelenkbeschwerden überhaupt entstehen, wollen wir Aufbau und Funktionen unserer Gelenke etwas genauer betrachten.

Ohne gesunde Gelenke keine Beweglichkeit

Als Gelenke werden in der Medizin bewegliche sowie einige unbewegliche, im Laufe der Entwicklung verwachsende Skelettverbindungen des menschlichen Körpers bezeichnet. Umgeben ist das Gelenk von einer Gelenkkapsel: Dabei handelt es sich um ein straffes Bindegewebe, welches die Gelenke umhüllt und stabilisiert.

Den Innenraum der Gelenkkapsel bezeichnet man auch als Gelenkhöhle. Sie enthält eine zähe, schleimige Flüssigkeit – die Synovia oder Synovialflüssigkeit – die zwei wichtige Funktionen erfüllt: Sie schützt das Gelenk, indem sie wie ein Schmiermittel die durch Bewegung entstehende Reibung reduziert, und sie sorgt für die Ernährung des Gelenkknorpels.

Gelenke ermöglichen uns Bewegung. Je nach Gelenkart sind dabei unterschiedliche Auslenkungen möglich. So lässt sich zum Beispiel der Arm im Schultergelenk heranführen und abspreizen, nach innen oder nach außen drehen, anheben und absenken. Eine ähnlich hohe Beweglichkeit hat auch das Hüftgelenk. Im Laufe des Lebens sind unsere Gelenke verschiedenen belastenden Einflüssen ausgesetzt und sie nutzen sich ab. Dabei gilt: Je stärker ein Gelenk belastet wird, desto höher ist die mögliche Abnutzung. Ursachen für die Abnutzung können beispielsweise Übergewicht, Fehlstellungen der Gelenke oder entzündliche Erkrankungen sein.

Wann sollte man Gelenkschmerzen behandeln lassen?
  • Gelenkschmerzen, die länger als ein paar Tage bestehen und keine klar erkennbare Ursache aufweisen sollten immer ärztlich abgeklärt werden. Nur so lässt sich die Ursache der Beschwerden zweifelsfrei feststellen. Dasselbe gilt für akut schmerzhafte, gerötete und geschwollene Gelenke, insbesondere wenn auch Fieber auftritt.
  • Der behandelnde Arzt wird zunächst alle relevanten Informationen erfragen, die im Zusammenhang mit der Symptomatik stehen könnten und das betroffene Gelenk abtasten.
  • Zusätzlich können eine Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung und eine Blutabnahme zur Abklärung hilfreich sein. Falls es nötig erscheint, wird der Arzt auch eine Überweisung zu einer orthopädischen Untersuchung veranlassen.

Gelenkschmerzen: Wie es dazu kommt und wer häufig betroffen ist

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Gelenkschmerzen entstehen in den meisten Fällen nicht von heute auf morgen, sondern entwickeln sich über einen längeren Zeitraum. Häufig machen sie sich bei alltäglichen Tätigkeiten bemerkbar: Das morgendliche Aufstehen, eine abrupte Bewegung bei der Hausarbeit oder beim Sport, ein längerer Spaziergang – all das kann plötzlich mit Schmerzen unterschiedlicher Intensität und Dauer verbunden sein. Betroffen sind vor allem Menschen ab dem 45. Lebensjahr.

Je nach Ursache können aber auch jüngere Menschen von Gelenkschmerzen betroffen sein. Die häufigsten Ursachen für Gelenkschmerzen sind die Arthrose oder die Arthritis. Dabei handelt es sich um unterschiedliche Erkrankungen, die sich in ihren Symptomen stark ähneln.

Wann sollte man Gelenkschmerzen behandeln lassen?

Gelenkschmerzen, die länger als ein paar Tage bestehen und keine klar erkennbare Ursache aufweisen – wie etwa eine kurzfristige stärkere Belastung beim Sport –sollten immer ärztlich abgeklärt werden. Nur so lässt sich die Ursache der Beschwerden zweifelsfrei feststellen. Dasselbe gilt für akut schmerzhafte, gerötete und geschwollene Gelenke, insbesondere wenn auch Fieber auftritt.

Der behandelnde Arzt wird zunächst alle relevanten Informationen erfragen, die im Zusammenhang mit der Symptomatik stehen könnten und das betroffene Gelenk abtasten. Zusätzlich können eine Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung und eine Blutabnahme zur Abklärung hilfreich sein, besonders bei Verdacht auf rheumatische Arthritis. Falls es nötig erscheint, wird der Arzt auch eine Überweisung zu einer orthopädischen Untersuchung veranlassen.

Welche Gelenke tun am häufigsten weh und warum?

Im Alltag machen sich Abnutzungserscheinungen am häufigsten in den Knie- sowie den Hüft- und Sprunggelenken bemerkbar. Das liegt daran, dass diese Gelenke besonders hoher Beanspruchung ausgesetzt sind. Sehr häufig sind auch Finger- und Zehengrundgelenke, Schultern und Ellbogen von Gelenkschmerzen betroffen.

Sind die Gelenke in der linken und rechten Körperhälfte gleichermaßen betroffen, könnte dies auf eine rheumatoiden Arthritis hindeuten. Bei einer akuten Gichterkrankung sind meist die Zehengelenke betroffen, eine Schleimbeutelentzündung macht sich dagegen vor allem in der Hüfte, an den Ellbogen, in den Knien und Schultern bemerkbar.

Tipps zur Vorbeugung von Gelenkschmerzen
  • Aufstehen lohnt sich: Stehen Sie während länger andauernder sitzender Tätigkeiten ab und zu auf, gehen Sie etwas auf und ab und lockern Sie Hüft-, Kopf- und Schultergelenke einige Minuten lang mit sanften, kreisenden Bewegungen.
  • Stärken Sie Ihre Muskulatur: Benutzen Sie Treppen statt Fahrstühle oder Rolltreppen, verzichten Sie wann immer es möglich ist auf Autofahrten und legen Sie stattdessen möglichst viele Wege mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurück.
  • Achten Sie auf Ihre Ernährung: Eine gesunde und fleischarme Ernährung mit leichten Lebensmitteln aus der Mittelmeerküche ist bei Gelenkschmerzen geeignet. Auch eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen sowie der Verzicht auf Alkohol und Nikotin helfen bei der Vorbeugung von Gelenkbeschwerden.