Behandlung von Gelenkschmerzen: Welcher Arzt kann mir helfen?

Wann sollte man bei Gelenkbeschwerden zum Arzt? Welche ärztliche Anlaufstelle ist die richtige? Was passiert bei der Diagnosestellung und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Diese und mehr Fragen plagen oft Betroffene von Gelenkschmerzen. Grundsätzlich gilt: Die Therapie von Gelenkschmerzen richtet sich nach der Diagnose und dem Schweregrad der Beschwerden.

Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

In vielen Fällen reicht es nach der Diagnose zunächst aus, durch gezielte Bewegungstherapie, Gewichtsabnahme oder gegebenenfalls durch die Einnahme schmerzhemmender Medikamente die Symptome zu lindern.

Ist die Erkrankung allerdings schon weiter fortgeschritten, bestehen akute Entzündungssymptome oder ist die Beweglichkeit der Gelenke bereits stark eingeschränkt, sind weitere diagnostische und therapeutische Verfahren erforderlich.

Eine ärztliche Abklärung ist vor allem dann ratsam, wenn Sie ohne eindeutige Ursache eines oder mehrere dieser Symptome wahrnehmen:

  • klassische Symptome einer degenerativen Gelenkerkrankung, wie Anlaufschmerz nach Ruhephasen, Bewegungsschmerz bei Gelenkbelastung und/oder eine eingeschränkte Beweglichkeit eines Gelenks.
  • Anzeichen einer Entzündung wie Schwellung, Rötung, Schmerz, Erwärmung und Funktionseinschränkung eines Gelenks.

Gelenkbeschwerden abklären: Besser zum Hausarzt oder zum Spezialisten?

Erste Anlaufstelle für Gelenkbeschwerden ist die Hausärztin oder der Hausarzt: Arthrose und Arthritis sind sehr häufige Erkrankungen, die in der allgemeinmedizinischen Praxis gut behandelt werden können, wenn keine außergewöhnlichen Beschwerden oder Komplikationen vorliegen.

Ist die Erkrankung aber schon weiter fortgeschritten oder sind besondere diagnostische oder therapeutische Maßnahmen erforderlich, ist eine fachärztliche Abklärung unter Umständen sinnvoll. In diesem Fall wird Sie Ihr Hausarzt, Ihre Hausärztin an eine geeignete medizinische Einrichtung überweisen.

Das kann zum Beispiel eine orthopädische, eine radiologische oder eine Praxis für physikalische Medizin sein. Besteht der Verdacht auf eine Autoimmunerkrankung oder eine angeborene Fehlstellung eines Gelenks, kommen auch Schwerpunktkrankenhäuser oder andere spezialisierte medizinische Einrichtungen in Frage.

Warum ist es so wichtig, frühzeitig zum Arzt zu gehen?

Symptome der Arthritis und Arthrose lassen sich vor allem im Anfangsstadium gut behandeln, bevor sehr ausgeprägte Schäden am Gelenkknorpel entstanden sind. Gelenkentlastende und entzündungshemmende Therapien wie Krankengymnastik, Ruhigstellen der betroffenen Gelenke oder die Verabreichung von Cortisonpräparaten führen bei zeitnaher Durchführung zu wesentlich besseren Erfolgen als bei verzögertem Therapiebeginn. Folgeschäden können dadurch vorgebeugt werden.

Wie gehen Ärzte bei der Diagnose vor?

Wenn Sie einen Arzt, eine Ärztin wegen Gelenkbeschwerden aufsuchen, werden Sie zunächst zu Ihrer medizinischen Vorgeschichte befragt:

  • Sind Gelenkerkrankungen in der Familie bekannt?
  • Sind die Schmerzen neu aufgetreten oder bestehen sie schon länger?
  • Haben Sie schon einmal unter ähnlichen Beschwerden gelitten?

Anschließend erfolgt eine Untersuchung des betroffenen Gelenks:

  • Durch Abtasten (Palpation) lassen sich Schwellungen und Flüssigkeitsansammlungen im Gelenk erkennen.
  • Mittels Beweglichkeitsprüfung kann auf den Grad der Funktionseinschränkung geschlossen werden.

Um eine abgesicherte Diagnose zu stellen, wird in vielen Fällen zusätzlich ein sogenanntes bildgebendes Verfahren zum Einsatz kommen: Je nach Verdachtsdiagnose kommen dafür Ultraschall, Röntgen, MRT oder CT in Frage. Vermutet der Arzt eine Infektion oder eine Autoimmunerkrankung hinter den Gelenkschmerzen, sind möglicherweise auch bestimmte labormedizinische Untersuchungen sinnvoll.

Bildgebende Diagnostik: Wann ist sie sinnvoll und was lässt sich damit erkennen?

Röntgenaufnahmen oder CT-Untersuchungen sind die häufigsten Verfahren zur Abklärung von Gelenkbeschwerden. Am Röntgen- oder CT-Bild lassen sich typische Veränderungen von Knorpelgewebe und Gelenkflächen erkennen.

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Als klassische Zeichen einer Arthrose gelten zum Beispiel die Verschmälerung des Gelenkspalts, eine Verdichtung von Knochen- und Knorpelgewebe, Knochenneubildung an den Gelenkrändern und gutartige Knochenzysten.

Arthritische Beschwerden lassen sich je nach Ursache ebenfalls mittels Röntgenuntersuchung abklären. Manchmal sind aber andere Verfahren bessere Alternativen, zum Beispiel die Magnetresonanztomographie. Im Ultraschall erkennt der Arzt dagegen Zysten, Entzündungen der Gelenkflüssigkeit, Schleimbeutel- und Sehnenentzündungen besonders gut.

Manchmal kann es auch sinnvoll sein, verschiedene Verfahren zu kombinieren, um bei komplexen Krankheitsbildern ein besseres Gesamtbild zu erhalten. Dies ermöglicht eine differenziertere Beurteilung, sodass andere Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen ausgeschlossen werden können.